Fostex T20RP MK3 Wood Projekt

Heute gibt es was ganz besonderes im Blog. In seinem ersten Blogbeitrag beschreibt Dieter die handwerkliche Fertigung eines kompletten Kopfhörers, weit mehr als nur eine Modifikation. Auf der Basis des legendären magnetostatischen Fostex T20RP Treibers in der MK3 Version – im übrigen der gleiche Treiber, der auch in den Modellen T40 und T50 werkelt – wird hier der Herstellprozess von Holzschalen, Holzbügel, Lederriemen etc. beschrieben und mit Bildern belegt. Zum Abschluss präsentiert Dieter dann noch eine beeindruckende Abstimmung, die keine Wünsche mehr offen lässt. Ein tolles Projekt. 

 

Die Vorgeschichte war, dass ich von Ralf einen Bericht über seine „Red Bitch“ im Forum gelesen hatte. Schon lange war es ein Traum von mir, einen Kopfhörer aus Holz zu fertigen. Deswegen habe ich mir den Fostex T20RP in der aktuellen MK3 Version gekauft. Eine ersten Modifikation ist mir gut gelungen. Damit war schon eine große Hürde genommen, denn die Treiber sollten in diesem Projekt T20RP Wood eingesetzt werden.

Über das Holz und die handwerklich technische Umsetzung habe ich mir schon im Vorfeld Gedanken gemacht. Der Plan war, einen offenen Kopfhörer aus Linde zu bauen. Linde ist ein Weichholz, gut zu verarbeiten. Für spätere Projekte plane ich dann noch die verwendung von Harthölzern wie Buche und Kirschbaum.

Ich möchte im folgenden das Projekt und meine Arbeit mit wenig Text und vielen Fotos darstellen. Mein Projekt lässt sich mit Bildern einfach viel besser beschreiben.

Der Anfang sieht recht unspektakulär aus. Ein Holzklotz. Linde. 

 

Aus dem Lindenholz habe ich dann erst mal 2 Scheiben gesägt. Daraus sollen dann die Schalen werden. 

Die Größe der Schalen dann auf die Scheiben gezeichnet …

… und grobmotorisch vorgesägt. 

Eingespannt und mit dem Drechseln außen begonnen.

Danach die hintere Halterung abgetrennt …

… und innen heraus gedrechselt.

 

Damit es offene Schalen werden, habe ich dann das hintere Teil abgetrennt.

 

Für das Kopfband habe ich aus dem gleichen Holz zunächst dünne Latten gesägt. Um diese für das Kopfband biegen zu können, wurden sie über Nacht eingeweicht …

… und dann mit Hilfe einer improvisierten Schablone zum Trocknen eingespannt.

 

Bei den Schalen geht es dann weiter: Ein bisschen Bearbeitung der Oberfläche mit Schleifen und die Einfräsungen für die Treiberplatten. 

Die Treiberplatten habe ich aus einer 3 mm starken Kunststoffplatte geschnitten und dort die Treiber eingesetzt.

 

Hier der getrocknete Bügel. Leider waren 3 Lagen aber zu Viel des Guten. Zudem war der Bügel auch zu stark gebogen. Diese Kopfklemme musste ich dann leider beiseite stellen …

… und alles nochmal von vorn. Eine neue Schablone bauen und diesmal nur 2 Lagen der dünnen Bretter verwendet

 

Für die Verbindungen vom Bügel zur Gabel habe ich Halterungen aus dem gleichen Holz gebaut. Und weil ich da gerade mit den Kleinteilen beschäftigt war, auch noch einen Splitter für das Kabel. Den brauche ich aber erst später.

 

Die Gabeln als Halterungen für die Schalen habe ich aus Edelstahl gebogen …

… und oben eine Stange montiert, die dann in die Holzhalterung kommt.

 

Der Bügel 2.0 aus 2 Lagen Linde hat hervorragend funktioniert. An diesen habe ich die Halterungen fixiert und für das bequeme Tragen ein Kopfband aus Leder angefertigt und montiert. 

Hier nochmal die Draufsicht auf den Bügel von oben. 

 

Hier ist der fertige Kopfhörer aus Lindenbaum-Holz. Natürlich sind hier die Treiber und Ohrpolster bereits montiert. Die Polster sind übrigens die weichen Velours von Brainwavz HM5. Sehr bequem. 

Hier nochmal zum Abschluss alle Teile, die ich selbst gefertigt habe. Auch die Gitter, die oben nicht extra beschrieben sind. Plus Schrauben. 

 

Zukaufteile waren nur die beschriebenen Treiber vom Fostex T20RP und die Polster von Brainwavz.

Den Hörer habe ich dann in zwei Varianten abgestimmt, die sich in Tief- und Oberbass etwas unterscheiden. Hier die entsprechende Messung.

Die grüne Frequenzkennlinie ist die einer eher neutralen Abstimmung. Die rote Frequenzkennlinie weist einen etwas kräftigeren Bass auf. Letztendlich habe ich mich für die Abstimmung mit etwas mehr Bass entschieden, da ich eher Leisehörer bin.

Falls jemand Fragen hat, Details der Diskussion über das Projekt nachlesen möchte oder einfach selbst mitdiskutieren will – der Orginalbeitrag im Forum findet sich unter folgendem Link:
http://forum.prof-x.de/viewtopic.php?f=4&t=216#p2908

Ein Kommentar bei „Fostex T20RP MK3 Wood Projekt“

  1. […] seinem ersten Blogbeitrag beschrieb er die handwerkliche Fertigung eines offenen Kopfhörers, hier: http://blog.prof-x.de/2017/10/18/mein-fostex-t-20-rp-mk-3-wood-projekt/  Heute ein kurzer Baubericht zu der geschlossenen Variante. Als […]

Kommentare sind geschlossen.