STAX Vacuum Tube Driver [Teil 2.1 – Ergänzung zur technischen Überholung]

In diesem Beitrag möchte ich aufzeigen, wie die Überholung eines STAX SRM-T1 an einem der ältesten Geräte – der sogenannten A-Serie – funktioniert. Sie unterscheiden sich äußerlich kaum von den weiter verbreiteten Geräten der B-Serie, unter der Haube gibt es aber Unterschiede, sowohl was das Layout als auch was die Bauteile angeht. Wie beim Ursprungsbeitrag gilt auch hier: Auch wenn euer STAX Amp normal zu laufen scheint – besser geht immer, auch im Hinblick auf die hoffentlich noch folgende Lebensdauer eines solchen Systems… ;)

Den ersten Teil findet ihr hier: STAX Vacuum Tube Driver [Teil 1 – Kleine Aufbereitung], den ursprünglichen Beitrag zur technischen Überholung hier: STAX Vacuum Tube Driver [Teil 2 – Technische Überholung]. In diesem ersten Beitrag ist einfach ersichtlich, wie die Teile des Gehäuses entfernt werden können, was für diesen neuen Beitrag von Bedeutung ist. Diese 4 Aspekte wurden im ursprünglichen Beitrag Teil 2 behandelt:

  • Re-Cap: Austausch aller Elektrolytkondensatoren
  • Safety Resistors: Einbau von Sicherheitswiderständen
  • Re-Tube: Austauschen der Röhren
  • Re-Bias: Abgleich der Schaltung

In dieser Ergänzung geht es hingegen ausschließlich um den Austausch der Elektrolytkondensatoren, die anderen 3 Aspekte lassen sich absolut identisch bearbeiten.

Vor den Arbeiten am Gerät sollte es bereits seit mehreren Stunden ruhen, ohne mit dem Stromnetz verbunden zu sein. Ich lasse Geräte gerne über Nacht liegen, damit gefährliche Spannungen abgebaut werden können.

Die Netzspannung stellt eine potenziell tödliche Gefahr dar! Das Gehäuse darf nur von fachkundigen Personen geöffnet werden.

So sieht ein handelsüblicher STAX SRM-T1 der A-Serie von innen aus:

Re-Cap: Austausch aller Elektrolytkondensatoren

Gegenüber Geräten der B-Serie, die über insgesamt 10 Elkos verfügen, kamen bei Geräten der A-Serie nur 5 Elkos zum Einsatz. Die 4 großen, sehr auffälligen Kondensatoren sind mit identischen technischen Daten und Abmessungen in beiden Layouts bzw. Schaltungen, sowohl der A- als auch der B-Serie, zu finden. Die folgende Übersicht zeigt die Bezeichnung der Elkos, die technischen Daten und schließlich meine Wahl an Austauschteilen.

Die 4 großen Brocken von Kondensatoren können aufgrund der Tatsache, dass die Lötaugen auf dem PCB nicht mittig angeordnet sind, einen Durchmesser von 25mm nicht überschreiten. Außerdem müssen sie über sogenannte „Snap In“ Beine verfügen, bei einem Abstand von 10,0 oder 12,5mm.

Ich habe mich in beiden Fällen der in der Tabelle genannten Elkos für Kondensatoren der Firma Nichicon entschieden. Natürlich haben auch viele andere Hersteller mindestens genau so gute Teile im Sortiment. Auch möchte ich darauf hinweisen, dass durchaus andere Typen benutzt werden können.

Zunächst müssen die zum jeweiligen Elko gehörenden Lötpunkte auf der Rückseite identifiziert werden. Ich rate dringend dazu, immer zeitgleich nur ein Bauteil zu tauschen. Die Gefahr der Verwechslung reduziert sich somit auf ein Minimum, was in jedem Fall von Vorteil ist.

Das Lötzinn wird lokal geschmolzen und z.B. mit einer Lötpumpe oder Entlötlitze bestmöglich aufgenommen. Dann purzelt einem das Bauteil auch schon entgegen. Am besten fängt man mit dem kleinsten der 5 Elkos, der mit C05 bezeichnet ist, an.

Danach werden die 4 großen Elkos C01 – C04 auf einmal entfernt. Es ist sehr wichtig, das alte Lot bestmöglich zu entfernen. Andernfalls könnte es zu Beschädigungen am PCB und Problemen beim Einbau der neuen Elkos kommen. Die Beinchen der mittleren beiden Klopper müssen vorsichtig so gebogen werden, dass die Gehäuse nicht kollidieren. Da geht es sehr eng zu, ist aber dennoch machbar. Die Beachtung der Polarität ist insbesondere bei diesen Netzteilelkos von größter Bedeutung!

Fertich:

Es wurden im Rahmen dieser Aktion schließlich alle Elkos ausgetauscht, Sicherheitswiderstände und NOS Röhren von GE Electronics eingebaut und abschließend ein kompletter Abgleich der Schaltung vorgenommen. Ich habe zusätzlich noch einen Umbau von 100V auf 230V Netzspannung ohne Umschalter vorgenommen, das nur am Rande. Wir haben jetzt einen Zustand erreicht, der mindestens dem zum Zeitpunkt der Auslieferung entspricht. Durch die teilweise größer gewählten Kapazitäten ist sogar schon jetzt mit einer Verbesserung der Eigenschaften des Systems zu rechnen!

Nach dem Abschluss aller Arbeiten können alle Gehäuseteile wieder angebracht und nochmals kurz abgewischt werden. Anschließend ist Feiern angesagt :mrgreen:

Platz für Fragen, Anregungen, Rückmeldungen, etc. ist im entsprechenden Thread des Forums: STAX Tube Driver: Instandhaltung & Modifikation

Dominik

Dominik

Moderator Professor X
Überzeugter DIYer, Kopfhörersympathisant, Musiker, Blogger
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